über das Projekt

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war das Aufschreiben der Abfolge unserer Naturerscheinungen im Jahreslauf wie Blattaustrieb, Blüte, Fruchtreife, Rückkehr der Schwalben oder von landwirtschaftlichen Nutzungszeitpunkten weit verbreitet. Im Moment erfährt das Begleiten und Aufschreiben der Naturentwicklung durch die spürbare Klimaerwärmung der letzten Jahre zunehmend eine Renaissance und wird auch in der Natur- und Klimaforschung immer wichtiger. Die sogenannte Phänologie untersucht dabei Zusammenhänge zwischen dem saisonalen Zyklus von Pflanzen und Tieren und der Witterung beziehungsweise dem Klima. Pflanzen wirken dabei als sehr empfindliche Messinstrumente der bodennahen Atmosphäre und reagieren mit zunehmend früherer Blüte oder Fruchtreife unmittelbar auf die „verrückte“ Temperaturentwicklung der letzten Jahre.

Mitforschen, wie sich der Klimawandel auf Tiere und Pflanzen auswirkt

Mit der App Naturkalender Niederösterreich kann man dutzende, für die Naturparkregionen typische Tier- und Pflanzenarten fotografieren und eintragen, in welcher Entwicklungsphase sie sich gerade befinden. Wenn man das regelmäßig macht, erkennt man, wie sich der Klimawandel auf Tiere und Pflanzen auswirkt und welche Zusammenhänge es zwischen jährlicher Witterung und der biologischen Vielfalt gibt.

In 5 Sekunden der Klimaforschung und den Bäuerinnen und Bauern helfen

Jede Beobachtung und jedes Foto liefern dabei einen wertvollen Beitrag für die Natur- und Klimaforschung in Niederösterreich, in Österreich und der ganzen Welt. Denn die Beobachtungen fließen in die europäische phänologische Datenbank ein, die von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) betreut wird. Damit werden sie für die Klimaforschung auf der ganzen Welt nutzbar. Noch dazu fließen App-Beobachtungen zu Schwarzem Holler & Co auch in ein Computermodell ein, mit dessen Hilfe hunderte niederösterreichische Bäuerinnen und Bauern in Jahren mit zeitiger Wiesenentwicklung flexibel und früher mähen können. Somit helfen alle App-BenutzerInnen auch ganz konkret, dass die Bäuerinnen und Bauern gutes Futter ernten und die Wiesen bunt und artenreich bleiben. Schließlich helfen die Daten zur Blüte oder Fruchtreife den BesucherInnen der Naturparke, die Natur-Highlights – wie etwa die Marillenblüte – genau dann zu erleben, wenn sie am schönsten sind!