Obst

Obstbäume und Sträucher sind langjährige Dauerkulturen. Man kann somit Beobachtungen an Pflanzen durchführen, die jahrzehntelang nahezu dieselben Wuchs- und Standortbedingungen aufweisen. Natürlich ist es auch für die Ernährungswissenschaften von großer Bedeutung, auf lange Zeit gesehen den großräumigen Verlauf der Obstbestände zu beobachten. Hauptsächlich sollten frühblühende Obstsorten zur Beobachtung ausgewählt werden, da sie die verschiedenen Frühlingsphasen des Phänologischen Kalenders anzeigen.

Der Apfel gilt in unseren Breiten als das „Obst“ schlechthin. Von ihm gibt es die meisten Zuchtformen und die vielfältigsten Verwendungsmöglichkeiten, man könnte also sagen, er ist ein wahrer Allrounder. Auch in punkto Inhaltsstoffe (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente) spielt er alle Stückl’n, selbst wenn er bei keinem Vitamin Rekordwerte enthält. Es heißt nicht umsonst: "An apple a day keeps the doctor away - Ein Apfel am Tag hält den Arzt fern." Also höchste Zeit, wieder mal in einen frischen Apfel zu beißen. Vom Schein und Sein Es ist nicht immer alles so wie es scheint. Die Apfelfrucht entsteht nicht nur aus dem Fruchtknoten (wie bei echten Früchten), sondern auch aus der Blütenachse. Der Biologe spricht in so einem Fall von einer Scheinfrucht. Äpfel gehören zu den Früchten mit mittlerem Zuckergehalt (11-16%). Sauer schmeckende Sorten sind übrigens nicht unbedingt zuckerarm. Die Sorte Boskoop beispielsweise enthält so viel Säure (11%), dass der gleichfalls extrem hohe Zuckergehalt (15%) davon überlagert wird.
Ein auffälliges Blütenmerkmal der Birne sind die dunkelroten bis purpurfarbenen Staubbeutel, die der weißen Blüte einen ganz eigenen Charakter verleihen. Daran kann man sie auch deutlich von anderen Obstgehölzblüten wie Marille, Kirsche oder Apfel unterscheiden, die haben nämlich durchwegs gelbe Staubgefäße. Einen weiteren Rot-Effekt bieten uns die Blätter im Herbst, mit ihrer meist scharlachroten Verfärbung sind sie ein wahrer Hingucker. Wohlgeruch ist Ansichtssache Der Geruch einer voll entwickelten Birnenblüte ist für viele Menschen eher penetrant als angenehm. Verantwortlich dafür ist eine chemische Substanz Namens Trimethylamin, die nach verdorbenem Fischeiweiß riecht und Käfer und Schwebefliegen zwecks Bestäubung anlocken soll. Die Birne fährt übrigens eine Doppelstrategie, denn neben dem Fischgeruch hält sie für Honigbiene & Co auch Wohlgerüche parat. Übrigens, 7% der Bevölkerung können – genetisch bedingt – das Trimethylamin nicht riechen und würden die Birnenblüte als angenehm duftend bezeichnen. Dem Rest der Bevölkerung stinkt sie einfach nur! Wilde Kultur Die Holzbirne (Pyrus pyraster) als eine heimische Wildform der Kulturbirnen ist u.a. an ihren kleinen fast runden Blättern, den kleinen gerbsauren Früchten und den zahlreichen Sprossdornen erkennbar. Die Kulturbirnen, die ca. seit der Römerzeit in mehreren Wellen nach Mitteleuropa gekommen sind, haben größere länglichere Blättern und deutlich größere und vor allem süße…
Wenn gegen Ende des Vorfrühlings die Umgebung in ein zart duftendes, weiß-rosa Blütenmeer getaucht wird, dann ist die Zeit der Marillenblüte – ein Ereignis, dass man erlebt haben muss! Bei der Marille sind die Kelchblätter übrigens meist kräftig dunkelrosa, was der sonst meist weißen (manchmal blassrosa) Blüte einen deutlichen Rosa-Touch verleiht. Ein kurzes Vergnügen Je nach Witterungsverlauf des ausgehenden Winters und Vorfrühlings zeigen sich die ersten Marillenblüten Mitte bis Ende März. Anfang April, meist rund um Ostern, kann man die Marillenbäume dann in ihrer ganzen Blütenpracht bestaunen. Doch das Blühvergnügen hält nur kurz an, nach wenigen Tagen ist es auch schon wieder vorbei. Es kann übrigens sein, dass sich unter die Marillen auch schon die eine oder andere Vogelkirsche mischt, denn auch diese beginnen im April zu blühen. Wie man Sie voneinander unterscheiden kann: Die Kirschenblüte ist weiß, lang gestielt und steht in Büscheln zu 2 bis 4 an den Kurztrieben, während die Marillenblüte zwar grundsätzlich auch weiß blüht, aber mit ihren dunkelrosa Kelchblättern meist rosa angehaucht erscheint und außerdem kaum gestielt (max. 5 mm) sowie meist einzeln angeordnet ist. Hauptsache warm Die Marille hat’s gerne kuschelig warm und wird insbesondere in Mittelmeerstaaten wie Italien und Spanien angebaut. In Österreich…
Die Ribisel, auch Rote Johannisbeere genannt, wird erst seit dem 15. Jahrhundert in Europa kultiviert. Seither gibt es viele Sorten, so dass für jeden etwas dabei ist und die Pflanze in so gut wie keinem Garten fehlt.
Die Kirsche ist ein Sommergrüner Baum der Wuchshöhen von 15 m bis 20 m ereicht. Der Namenszusatz avium leitet sich von avis (Latein für Vogel) ab und bezieht sich auf die Früchte, die gern von Vögeln gefressen werden. Doch auch der Mensch isst gerne die Früchte der Vogel-Kirsche, insbesondere die von Zuchtformen. Diese kultivierten Formen sind vor allem durch größere Blätter sowie größere und süßere Früchte ausgezeichnet und werden im Allgemeinen als Süßkirsche bezeichnet.
Die Zwetschke ist mehr als eine Pflaume, sie ist eine sogenannte Unterart der Pflaume. In Deutschland wird sie auch Zwetsche oder Quetsche genannt. Sie kann eine Wuchshöhe von bis zu 6 Metern erreichen und wird in ganz Europa angebaut. Wenn sie blüht treiben die Blätter gerade aus und hüllen den Baum erst später in ein zartes grün. An den Äste finden sich oft starke Dornen.