Hasel

Corylus avellana
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Die Hasel läutet den Vorfrühling ein. Sie blüht also, wenn die Vegetation eigentlich noch im Wintermodus ist. Warum sie das macht, hat einen besonderen Grund: die Bestäubung der Hasel übernehmen keine Bienen oder andere Insekten – so früh im Jahr sind auch noch fast keine unterwegs. Die Hasel wird vom Wind bestäubt. Und wenn die Blätter der Bäume noch nicht ausgetrieben sind, funktioniert das Verblasen der Pollen wesentlich besser! Das freut die Hasel, beschert vielen allergischen Menschen aber tränende Augen und eine rinnende Nase. Übrigens: Eine einzige Blüte enthält 2 Millionen Pollenkörner. Hatschi!
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Die Hasel ist häufig anzutreffen. Sie wächst in lichten Wäldern, an Waldrändern und in Feldhecken. Sie ist eine Lichtpflanze, verträgt aber auch mäßigen Schatten. Das Verbreitungsgebiet der Hasel umfasst große Teile Europas und Kleinasiens sowie den Kaukasus. Im Norden Europas reicht es bis zum Polarkreis.

Anders als bei vielen anderen Gehölzarten, gibt es bei der Hasel männliche und weibliche Blüten. Die weiblichen sehen aus wie Blattknospen, aus denen jedoch feine rote Fäden herausschauen

So erkennt man das Gehölz

Im Winter:

  • männliche Blüten (Kätzchen) hängen wie Würstchen bereits im Winter von den Zweigen
  • Kätzchen strecken sich lange vor dem Laubaustrieb und sind dann gelb
  • junge Zweige drüsig behaart, Knospen eiförmig
  • vielstämmiger, buschiger Strauch

In der Vegetationsperiode:

  • Blätter 6 – 10 cm lang
  • Blätter unterseits auf den größeren‚ Blattnerven behaart
  • Herbstaspekt schön gelblich bis gelbbraun

Doppelgänger:

Die baumförmig wachsende Baum-Hasel (Corylus colurna) stammt aus Südost-Europa und Westasien und wird gelegentlich als Zierbaum kultiviert.

Wer steht drauf?

Die Haselnüsse sind Nahrung für eine Vielzahl verschiedener Tierarten. Gut für die Hasel, denn die Nüsse werden deshalb von Kleinsäugern (Eichhörnchen, Bilchen, Mäusen) und Vögeln (Kleibern und Hähern) verbreitet. Die Haselmaus ist sogar nach ihr benannt. Der Pollen wird auch gerne von Bienen gesammelt, obwohl die Insekten nichts zur Bestäubung beitragen!

Wofür taugt das Gehölz?

  • Früchte der Hasel sind essbar
  • Zweige sind sehr biegsam, weshalb sich damit tolle Bögen basteln lassen
  • Haseln kann man auf Stock setzen (also knapp über dem Boden abschneiden), sie wachsen immer wieder nach

 

Phasen

Phase 2 - Image
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Blattentfaltung
Die ersten Blätter sind an 3 Stellen vollständig entrollt oder entfaltet, wobei die Blätter schon ihre endgültige Form, aber noch nicht die endgültige Größe haben.
Phase 3 - Image
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Blühbeginn
Die ersten Pflanzen beginnen zu blühen. Die ersten männlichen Blüten sind an mindestens 3 Stellen vollständig geöffnet, sodass die Kätzchen stäuben. Tipp: das Stäuben erkennt man super, indem man mit dem Finger gegen die Kätzchen schnippt oder mit einem dunklen Gegenstand, zum Beispiel einem Stück Holz oder schwarzem Papier, leicht gegen die Kätzchen schlägt, wodurch der gelbe Pollen sichtbar wird.
Phase 5 - Image
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95% abgeblüht
Etwa 95 % der Blüten sind abgeblüht, sie haben sich also bräunlich verfärbt oder sind schon abgefallen.
Phase 6 - Image
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Beginn der Fruchtreife
Normal gewachsene und gesunde Früchte sind an mindestens 3 Stellen der Pflanze reif. Die Nüsse fallen aus der Fruchthülle heraus.
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Blattfärbung >50%
Etwa 50 % der Blätter, inklusive der bereits abgefallenen, sind an mehreren Bäumen oder Sträuchern verfärbt. Nicht als herbstliche Laubverfärbung gelten Vergilbungserscheinungen der Blätter und Auftreten von Dürrelaub als Folge von Trockenheit und Hitze, wie sie schon ab Juni/ Juli einsetzen können.
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>50% der Blätter sind bereits abgefallen
Laubbäume, Sträucher und die Lärche sind bereits an mehreren Exemplaren zu mehr als 50 % entlaubt.
Phase 11 - Image
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Entlaubt
Die Pflanze ist bis auf wenige einzelne Blätter kahl und entlaubt.