Rosskastanie

Aesculus hippocastanum
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Motten und Pilze

Besonders bei der Rosskastanie kommt es in den letzten Jahren aufgrund der Verbreitung der Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella) verstärkt zu früher Blattfärbung und dem Abwerfen der Blätter. Die Verfärbungen können aber auch vom Blattbräunepilz (Guignardia aesculi) hervorgerufen werden, dessen Flecken intensiv rotbraun und von einem gelben Rand gesäumt sind.
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Die Rosskastanie ist ein sommergrüner Baum, der eine Wuchshöhe von bis zu 30 m und ein Alter von bis zu 300 Jahren erreichen kann. Der Baum ist in der Jugend raschwüchsig und bildet, wenn er nicht durch Aufastung angepasst wird, einen kurzen Stamm mit runder und breiter Krone aus.
Im Jahre 1576 wurden in Wien die ersten Kastanienbäume gepflanzt. Forscher gehen davon aus, dass europaweit alle Rosskastanienbäume von den 1576 gepflanzten Kastanien stammen.

So erkennt man die Pflanze

Im Winter:

  • rotbraune, sehr große und klebrige Knospen
  • Zweige sind braun-grau, mit deutlichen Blattnarben unterhalb der Knospen
  • Stamm mit grauer Rinde, anfangs glatt, im Alter zunehmend grobrissig und schuppig

In der Vegetationsperiode:

  • handförmig zusammengesetzte, 5- bis 7-zählige Blätter
  • aufrechte, pyramidenartige Blütenrispen mit großen Einzelblüten

Doppelgänger:

Die Rotblühende Rosskastanie (Aesculus x carnea) schaut auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Sie wird nicht so groß und ihre Blätter sind etwas kleiner und dunkler. Außerdem ist die Blüte rot und die Früchte haben weniger Stacheln. Entstanden ist die Rotblühende Rosskastanie aus der Einkreuzung der Strauchförmigen Pavie (Aesculus parviflora), die stachellose Früchte hat.

Wer steht drauf?

Die „liebsten“ Bewohner der Kastanien sind die Miniermotten(Gracillariidae). Sie verbreiten sich sehr rasch und ihre Larven zerstören die Blätter und fügen enormen Schaden hinzu.
Die Früchte der Rosskastanie sind für Menschen ungenießbar, jedoch sind sie ein beliebtes Futter für Wildtiere (Hirsche, Wildschweine, …).Hingegen kann man aus Kastanienblätter Tee herstellen, welcher gegen Husten hilft. Rosskastanien besitzen die Fähigkeit gelegentlich ein zweites Mal im Herbst zu blühen.

Die Rosskastanie wird hauptsächlich von Bienen und Hummeln bestäubt. Damit die Blüten von den Insekten gefunden werden, hat jede Einzelblüte ein auffälliges Farbmal das zuerst Gelb ist und dann über Orange letztendlich Rot wird. Wenn es gelb ist, ist die Blüte noch nicht bestäubt und es ist noch viel Nektar vorhanden. Bei Orange sollten sich die Bienen etwas tummeln und bei Rot ist nichts mehr zu holen. Weil Bienen rotblind sind, werden diese Blüten auch gar nicht mehr wahrgenommen.

Wofür taugt die Pflanze?

Die Rosskastanie ist ein vielseitiger Baum, angefangen von der Möbelindustrie bis zum Verpackungsmaterial. Jeder Bestandteil einer Kastanie hat unterschiedliche Einsatzgebiete. Die Herstellung von Farben, Schäumen, Kosmetika und medizinischen Tabletten gelingt mithilfe der Samen. Die Blüten sind ein fester Bestandteil in der Honigproduktion. Die Rinde wird zusammen mit den Samen und Blüten bei der Behandlung von chronischer Veneninsuffizienz (Erkrankung der Beinvenen) angewendet.

Phänologische Phasen

Phase 1 - Image
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Austrieb
Die ersten grünen Blattspitzen schauen aus den angeschwollenen Blattknospen an mindestens 3 Stellen der Pflanze hervor.
Phase 2 - Image
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Blattentfaltung
Die ersten Blätter sind an 3 Stellen vollständig entrollt oder entfaltet, wobei die Blätter schon ihre endgültige Form, aber noch nicht die endgültige Größe haben.
Phase 3 - Image
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Blühbeginn
Die ersten Pflanzen beginnen zu blühen. Bei Bäumen und Sträuchern sind die ersten Blüten an mindestens 3 Stellen vollständig geöffnet, sodass die Staubgefäße sichtbar sind.
Phase 6 - Image
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Beginn der Fruchtreife
Normal gewachsene und gesunde Früchte sind an mindestens 3 Stellen der Pflanze reif. Bei trockenhäutigen Früchten wie der Rosskastanie ist das der Zeitpunkt des Aufplatzens der Hülle und des Herausfallens der Samen.
Phase 8 - Image
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Blattfärbung >50%
Etwa 50 % der Blätter, inklusive der bereits abgefallenen, sind an mehreren Bäumen verfärbt. Dürrelaub als Folge von Trockenheit und Hitze, sowie Verfärbungen durch Blattbräunepilz oder Monilia gelten nicht als herbstliche Laubverfärbung.
Phase 10 - Image
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>50% der Blätter sind abgefallen
Laubbäume, Sträucher und die Lärche sind bereits an mehreren Exemplaren zu mehr als 50 % entlaubt.